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Ein Diamantwerkzeug arbeitet anders als ein Bohrer oder ein Sägeblatt aus Stahl. Es hat keine Schneide, die sich in das Material gräbt. Es trägt tausende winziger Diamantkörner, die den Werkstoff abtragen – es schleift, auch wenn wir vom Schneiden sprechen. Aus diesem Unterschied folgt fast alles, was in der Praxis wichtig ist: warum ein Werkzeug plötzlich nicht mehr zieht, warum das teurere manchmal das falsche ist und warum Kühlung keine Nebensache ist.
Die Bindung entscheidet, nicht der Diamant | Hart braucht weich die Regel, die man am seltensten kennt | Umfangstempo zählt mehr als die Drehzahl |
Die Diamantkörner sitzen in einer Metallmasse, der Bindung. Beim Arbeiten nutzen sich beide ab – das ist so gewollt. Ein Korn stumpft, die Bindung um es herum wird abgetragen, das stumpfe Korn bricht heraus, ein frisches darunter kommt zum Vorschein. Das Werkzeug schärft sich also selbst, solange dieses Verhältnis stimmt.
Stimmt es nicht, merkt man das sofort. Nutzt sich die Bindung zu langsam ab, stehen die Körner nicht mehr weit genug heraus: Das Werkzeug „verglast", drückt statt zu schneiden und wird heiß. Nutzt sie sich zu schnell ab, fallen noch scharfe Körner heraus und das Werkzeug ist in kurzer Zeit verbraucht.
Die Regel, die am häufigsten fehlt
Der Grundkörper ist Stahl, die diamanthaltige Schicht sitzt darauf. Wie die beiden verbunden sind, bestimmt, was das Werkzeug aushält:
Gesintert Die Segmente werden unter Druck und Hitze direkt mit dem Grundkörper verbunden. Die günstigste und häufigste Bauart. | Vakuumgelötet Die Körner werden in einer Lotschicht gebunden. Sie stehen frei heraus, das Werkzeug greift aggressiver und eignet sich für den Trockenschnitt. |
Hartgelötet Eine belastbarere Lötung für hohe Temperaturen und Querkräfte – der Standard bei Scheiben für den Nassschnitt in harten Werkstoffen. | Lasergeschweißt Die festeste Verbindung. Ein Segmentverlust ist damit praktisch ausgeschlossen, weshalb diese Bauart bei großen Scheiben für mineralische Baustoffe zu finden ist. |
Silberlot nur unter Wasser
Wasser hat zwei Aufgaben: Es kühlt, und es bindet den Staub. Beim Feinsteinzeug kommt eine dritte dazu – es spült das abgetragene Material aus der Schnittfuge, was die Kante sauberer macht. Trockenwerkzeuge arbeiten dafür ohne Schlauch und ohne Schlamm, verlangen aber Pausen.
Nass Kühlt zuverlässig, bindet den Staub, gibt die sauberste Kante. Braucht eine Maschine mit Wasserzuführung. | Trocken Überall einsetzbar, keine Sauerei. Das Werkzeug muss die Wärme selbst loswerden – deshalb kurze Schnitte und Leerlaufpausen. |
Trocken mit Pausen Viele Scheiben sind ausdrücklich dafür ausgelegt. Nach jedem Schnitt einige Sekunden frei drehen lassen, damit die Luft die Segmente kühlt. | Staub ist kein Nebenthema Quarzhaltiger Staub aus Fliese, Beton und Estrich ist gesundheitsschädlich. Absaugung oder Wasser sind Arbeitsschutz, nicht Komfort. |
Auf jedem Werkzeug steht eine höchstzulässige Drehzahl, und die ist bindend. Sie sagt aber nichts darüber, ob das Werkzeug an Ihrer Maschine auch gut arbeitet. Dafür zählt eine andere Größe: wie schnell sich der Rand tatsächlich bewegt. Bei gleicher Drehzahl legt er umso weniger Weg zurück, je kleiner das Werkzeug ist – ein Ø-50-mm-Werkzeug erreicht am Winkelschleifer nicht einmal die Hälfte des Tempos einer 125er-Scheibe. Unterhalb einer gewissen Geschwindigkeit reiben die Körner nur noch. Was das im Einzelnen bedeutet, steht bei den Mini-Diamantscheiben.
Nach oben ist die Grenze bindend
Runde Durchbrüche in Fliese und Feinsteinzeug – dazu Fräser für das Erweitern, Bohrschablonen, Zentrierhilfen und Staubabsaugung. |
Trennen am Winkelschleifer oder am Nassschneider. Randform und Bindung entscheiden über Schnittbild und Standzeit. |
Kanten brechen, anfasen und polieren – als Handklotz, als Klettpad am Stützteller oder als Fächerscheibe. |
Flächiger Abtrag von Estrich, Beton, Kleberresten und Beschichtungen. |
Von Ø 20 bis 85 mm für Ausschnitte, Ecken und Nacharbeiten an bereits verlegten Flächen. |
| Bohren | Trennen | Schleifen |
| Kernbohrungen für Rohre, Armaturen und Steckdosen – dazu Fräser, Schablonen und Absaugung. | Trennscheiben für Winkelschleifer und Nassschneider, von Feinsteinzeug bis Stahlbeton. |
| Kanten brechen, anfasen und polieren – von Körnung 50 bis zum Hochglanz. | Estrich, Beton und Kleberreste flächig abtragen. |
| Ausschnitte und Nacharbeiten, wo eine 125er-Scheibe nicht hinkommt. |
Fliesen Alfers besteht seit 2006
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