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Eine Flüssigabdichtung ist so gut wie der Untergrund, auf den sie trifft. Ein stark saugender Putz zieht ihr das Wasser aus, bevor sie sich verfilmen kann – die Schicht bleibt dünn und mürbe. Eine glasierte Fliese saugt gar nicht, und ohne Haftbrücke steht die Folie auf einer geschlossenen Oberfläche, an der sie nichts hält. Zwischen diesen beiden Fällen liegt die Grundierungsfrage, und sie ist der Grund, warum es nicht ein Produkt gibt, sondern drei.
drei Grundierungen | eine Flüssigfolie | bis W2-I Einwirkung |
| Haftgrund | Für nicht saugende Untergründe – glasierte Fliesen, Stahl, Glas. Trockenzeit dort etwa eine Stunde; auf saugendem Grund ist keine Wartezeit nötig. Boden und Wand, innen und außen |
|---|---|
| Tiefengrund | Für saugende und weniger saugende Untergründe. Dringt tief ein, verfestigt und erhöht die Tragfestigkeit. Bis 1:2 mit Wasser verdünnbar, Einsatz im Rahmen der DIN 18157-1 |
| Voranstrich | Die Vorbehandlung speziell für die Flüssigfolie, auf saugenden und stark saugenden Untergründen. Kunstharzdispersion auf Butadien-Styrol-Basis, lösemittelfrei |
| Flüssigfolie | Die Abdichtungsschicht selbst: gebrauchsfertig, wird gerollt, gestrichen oder gespachtelt. Trockenzeit etwa zwei bis drei Stunden |
Alle vier sind lösemittelfrei, frostfrei zu lagern und nach EMICODE EC 1 Plus eingestuft. Die Flüssigfolie ist zusätzlich weichmacherfrei.
| Wassereinwirkung | W0-I, W1-I und W2-I nach DIN 18534 – vom trockenen Bereich bis zur bodengleichen Dusche im Wohnbau |
|---|---|
| Rissklasse | R1-I, mit hoher Rissüberbrückung |
| Anwendung | Verbundabdichtung in Feucht- und Nassräumen unter Keramik und Naturstein im Dünnbett |
| Baustoffklasse | B2, normal entflammbar nach DIN 4102-1 |
| Verträglichkeit | handelsübliche Fliesenkleber, lösemittelfreie Beschichtungen und die Silikon-Dichtstoffe desselben Herstellers |
| Vorbehandlung | Voranstrich auf saugenden Untergründen – auf nicht saugenden übernimmt das der Haftgrund |
Eine Abdichtung ersetzt kein Gefälle
Drei Kennzeichnungen tauchen bei allen vier Produkten auf und sagen etwas Verschiedenes. Der GISCODE ordnet das Produkt einer Gefahrstoffgruppe zu – hier BSW10 beziehungsweise BSW20, beides lösemittelfreie Bauklebstoffe auf Wasserbasis; er bestimmt, welche Schutzmaßnahmen im Betrieb nötig sind. EMICODE bewertet die Emissionen in Innenräumen, und EC 1 Plus ist dabei die strengste der gebräuchlichen Stufen. Die VOC-Klasse schließlich beschreibt den Gehalt flüchtiger organischer Verbindungen; A+ ist die günstigste Einstufung. Für die Praxis heißt das: In einem bewohnten Bad, das nach der Sanierung schnell wieder benutzt werden soll, sind das die Angaben, auf die es ankommt – und nicht nur die Frage, ob das Produkt dicht ist.
Handschuhe und Augenschutz gehören trotzdem dazu. Lösemittelfrei heißt nicht reizfrei – passende Ausrüstung steht bei der Schutzausrüstung.
Die Größen sind keine Preisstaffel, sondern eine Mengenlogik. Eine Flasche reicht für eine Duschnische oder eine Reparaturstelle und lässt sich direkt dosieren; ein Fünf-Kilo-Kanister deckt ein Bad ab, Boden und Wand; zehn und zwanzig Kilo sind für mehrere Räume und das Objektgeschäft gedacht, mit dem günstigsten Kilopreis. Bei der Flüssigfolie liegen die Stufen bei sieben Kilo für eine einzelne Nassbereichswand, zwölf für ein häusliches Bad mit Duschbereich und Bodenfläche und zwanzig für Objekt und Neubau.
Angebrochene Gebinde Halten nur dicht verschlossen und frostfrei. Wer knapp kalkuliert, hat beim zweiten Auftrag nichts mehr in Reserve. | Zwei Aufträge einplanen Die geforderte Schichtdicke entsteht nicht in einem Durchgang. Rechnen Sie den Verbrauch für beide. |
Ecken zuerst Bänder und Formteile werden in den ersten Auftrag eingelegt, nicht nachträglich aufgesetzt. | Werkzeug Für den Flächenauftrag eine Abdichtungswalze, für Ecken ein Pinsel – beides steht beim Dichtband. |
Ein letzter Punkt zur Verarbeitung: Grundierungen werden dünn und gleichmäßig aufgetragen, nicht satt. Wo eine Grundierung Pfützen bildet oder glänzend stehen bleibt, trocknet sie zu einem Film, auf dem die Abdichtung schlechter haftet als auf dem blanken Untergrund. Weniger ist hier tatsächlich mehr – und die Fläche muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor der nächste Schritt kommt.
Der Untergrund entscheidet, nicht der Raum
Die Schichten im Zusammenhang. |
Was in die erste Schicht eingelegt wird. |
Abdichtungs- und Entkopplungsbahn Der Weg über Bahnen statt flüssig. |
Fliesenkellen und Spachtel Der Arbeitsschritt danach. |
Vielen Dank, ab jetzt bleibst du immer bestens informiert!