DiSTAR Diamantschleiftopf Hard Ceramics K100, Wabenform, M14, Ø 100 mm (Art. FA10991)
Dieser Schleiftopf ist ausdrücklich für Feinsteinzeug entwickelt – nicht für Beton. Das ist der entscheidende Unterschied in dieser Kategorie. Die Wabenform arbeitet mit vielen kleinen Kontaktflächen statt wenigen großen, der dünne Stahlkern läuft vibrationsarm, und Körnung K 100 deckt Grob- und Feinschliff ab. Für Kanten bei 90° und 45°.
Ø 100 mm Durchmesser | K 100 Körnung | M14 Aufnahme | Wabe Segment-Form |
Für welches Material dieser Topf gemacht ist
In dieser Kategorie stehen zwei völlig verschiedene Werkzeuge
Diamantschleiftöpfe sehen sich alle ähnlich – sie sind aber in zwei Familien geteilt, die man nicht tauschen kann. Der Grund ist die Bindung, in der die Diamanten sitzen. Sie muss im gleichen Tempo abgetragen werden, in dem die Diamanten stumpf werden, damit ständig frische Spitzen freikommen:
Beton, Estrich, Kleberreste → harte Bindung Diese Materialien sind abrasiv und schleifen die Bindung von selbst weg. Nur eine harte Bindung hält die Diamanten lange genug fest. | Feinsteinzeug und Keramik → weiche Bindung Diese Materialien sind hart und dicht. Sie nutzen Diamanten schnell ab, tragen die Bindung aber kaum. Nur eine weiche Bindung gibt neue Diamanten frei. |
Falsche Wahl, Fall 1 Ein Beton-Schleiftopf auf Feinsteinzeug wird spiegelblank, raucht und trägt nichts mehr ab – er ist verglast, nicht verbraucht. | Falsche Wahl, Fall 2 Ein Keramik-Schleiftopf auf Beton oder Estrich trägt zunächst hervorragend ab und ist nach wenigen Quadratmetern verschlissen. |
Kurz gesagt
Was die Wabenform in Keramik leistet
Bei Blocksegmenten liegt viel Diamantfläche auf wenigen Punkten. In Beton ist das richtig – in Feinsteinzeug erzeugt es Rattern, Hitze und Ausbrüche an der Glasur. Die Wabenform verteilt den Eingriff auf viele kleine Flächen:
Ruhigerer Lauf Viele kleine Kontaktpunkte greifen gleichmäßig statt schlagartig. Zusammen mit dem dünnen Stahlkern heißt das vibrationsarmes Arbeiten. | Kühler Zwischen den Waben geht Wärme und Abtrag ab – entscheidend, weil Feinsteinzeug kaum Wärme leitet. |
Feineres Schliffbild Kein Rattermuster. Auf einer sichtbaren Kante ist das der Unterschied zwischen brauchbar und Nacharbeit. | Weniger Kantenausbrüche Die Glasur bricht dort aus, wo punktuell zu viel Kraft ansetzt. Verteilter Eingriff vermeidet genau das. |
90° und 45° – warum das hier explizit steht
DiSTAR gibt den Topf für Kantenwinkel von 90° und 45° an. Der 45°-Fall ist die Gehrung: Wenn zwei Fliesen auf Stoß in einer Außenecke zusammenkommen, muss die Fase über die ganze Länge gleichmäßig sein, sonst klafft der Anschluss. Mit einem Ø-100-mm-Topf lässt sich diese Fläche flächig anlegen, statt sie mit einem Handpad zusammenzustückeln.
Segmentform: was die Bauform über den Einsatz verrät
| Blocksegmente | Massive, geschlossene Blöcke. Maximaler Abtrag und höchste Standfestigkeit in stark abrasiven Materialien – dafür gröber im Schliffbild. |
|---|---|
| Turbo-Segmente, gezahnt | Profilierte Segmente. Schneller und kühler als Blöcke, weil die Zahnung Material und Wärme abführt. |
| Doppelt segmentiert / doppelt belegt | Zwei Segmentreihen. Mehr Diamant im Eingriff je Umdrehung – gleichmäßigerer Lauf und mehr Abtrag pro Durchgang. |
| Wabenform | Viele kleine Kontaktflächen statt weniger großer. Läuft ruhiger, kühler und hinterlässt ein feineres Schliffbild – die Bauform für Keramik und Feinsteinzeug. |
Körnung K 100: wo sie steht
DiSTAR bezeichnet die Körnung als K 100 beziehungsweise 100/120 und weist sie für Grob- und Feinschliff aus. Praktisch heißt das: Sie nimmt zügig Material ab und hinterlässt eine Oberfläche, die man auf einer Kante stehenlassen kann.
- Für groben Abtrag – große Versätze, viel Material – wäre eine gröbere Körnung wie 70/80 schneller. DiSTAR führt die Reihe auch in dieser Stufe.
- Für eine sichtbar glänzende Kante arbeiten Sie danach mit Polierpads ab K 200 nach.
- Für alles dazwischen ist K 100 die Stufe, mit der man in einem Durchgang fertig wird.
Die Drehzahlgrenze hängt am Durchmesser – und wird oft übersehen
Bei Schleiftöpfen ist die zulässige Drehzahl keine Empfehlung, sondern eine Festigkeitsgrenze. Sie ergibt sich aus der Umfangsgeschwindigkeit: DiSTAR gibt für den RAPTOR Ø 125 mm max. 12.200 U/min und für Ø 180 mm max. 8.500 U/min an – beides entspricht rund 80 m/s. Das ist die übliche Grenze für segmentierte Diamantwerkzeuge dieser Bauart. Daraus lässt sich für jeden Durchmesser ableiten, was er verträgt:
| Ø 100 mm | rund 15.300 U/min |
|---|---|
| Ø 125 mm | rund 12.200 U/min – von DiSTAR so angegeben |
| Ø 130 mm | rund 11.800 U/min |
| Ø 175 mm | rund 8.700 U/min |
| Ø 180 mm | rund 8.500 U/min – von DiSTAR so angegeben |
Große Töpfe gehören nicht auf einen 125er Winkelschleifer
Arbeitstechnik
| 1 | Absaugung anschließen und prüfen Vor allem anderen. Ein Sauger der Staubklasse M, Beutel und Filter frei. |
| 2 | Maschine anlaufen lassen, dann aufsetzen Nie mit aufgesetztem Topf starten – das ruckt und schlägt Segmente aus. |
| 3 | Flach aufsetzen, nur der Segmentring trägt Aufgekantet arbeiten Sie Rillen ein, die Sie danach nicht mehr herausbekommen. |
| 4 | In überlappenden Bahnen führen Jede Bahn etwa zur Hälfte überdecken, kreisend oder in Achterbewegung – nicht an einer Stelle stehen. |
| 5 | Eigengewicht arbeiten lassen Druck bringt keinen Mehrabtrag, sondern Wärme und Verschleiß. Bei Betonschleifern reicht das Maschinengewicht. |
| 6 | Randstreifen zuletzt Mit dem kleinen Topf oder der Schleifmutter nacharbeiten. |
Trockenschliff in Feinsteinzeug: Absaugung und FFP3
Wenn der Topf nicht mehr abträgt, ist er oft nicht verbraucht
Ein Schleiftopf, der plötzlich kaum noch vorankommt, ist meistens verglast oder zugesetzt und nicht verschlissen:
- Verglast: Die Bindung ist über die Diamanten zugeschmiert. Erkennbar an spiegelblanken Segmenten. Abhilfe: ein paar Züge in abrasivem Material – alter Estrich, Gasbeton, Schärfstein oder eine grobe Betonplatte.
- Zugesetzt: Weiches Material klebt zwischen den Diamanten – typisch bei nicht ausgehärtetem Kleber. Abhilfe: erst abrasives Material, dann weiterarbeiten.
- Wirklich verbraucht ist er erst, wenn die Segmenthöhe abgetragen und der Stahlkern erreicht ist. Dann sofort wechseln – ein Topf, der auf dem Kern läuft, zerstört die Fläche.
Drehzahl prüfen, Schutzausrüstung tragen
Technische Daten
| Produktart | Diamantschleiftopf für Keramik und Feinsteinzeug |
|---|---|
| Reihe | Hard Ceramics |
| Durchmesser | Ø 100 mm |
| Aufnahme | M14 |
| Körnung | K 100 (100/120) |
| Segmentform | Wabenform |
| Stahlkern | dünn, für vibrationsarmes Arbeiten |
| Anwendung | Trockenschliff |
| Einsatz | Grob- und Feinschliff, Kanten bei 90° und 45° |
| Geeignet für | Feinsteinzeugfliesen |
| Artikelnummer | FA10991 |
| Hersteller | DiSTAR |
Kann ich damit auch Estrich oder Kleberreste abschleifen?
Was bringt die Wabenform gegenüber Blocksegmenten?
Passt er auf meinen Winkelschleifer?
Reicht K 100 für eine Sichtkante?
Welches Material schleifen Sie ab?
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